Kanada - Ein Traum wird wahr

19.08.2007

 

Linz - Frankfurt Flughafen - Calgary Flughafen - Hotel

01. Tag
     
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Endlich ist es soweit. Sonntag, der 19. August 2007. Julia bringt uns zum Bahnhof. Und nach einer schönen, ruhigen Bahnfahrt erreichen wir den Frankfurter Flughafen. Auf dem Weg vom Busbahnhof zum Terminal, treffen wir schon auf Horst und Marlene. Wir checken ein und treffen etwa eine Stunde später auf Sylvia und Eddy. Jetzt gibt's das erste böse Erwachen. Eddy hat Übergepäck. Wer lesen kann, .... ( Er muss 50 € zahlen ). Der Flug verläuft ohne Turbolenzen und Marlene kann ihre gesammelten K...tüten wieder einpacken. Wir sehen Schottlands Küste, Grönland, Eisberge und ewiges Eis aus der Luft. Einfach nur gigantisch.

     9,5 Stunden in dem engen Flieger sind ganz schön anstrengend, aber eine butterweiche Landung auf Calgary's Airport entschädigt für alles.

     Wir holen unser Gepäck und können, ohne Ärger mit den Behörden, in Kanada einreisen. Ein Shuttlebus bringt uns ins Hotel. (Coast Plaza, echt prima) Wir beziehen unsere Zimmer für eine Nacht. Was hat der Portier gesagt? 07.30 Uhr werden wir abgeholt? Oder meinte er ab dann gibt es Frühstück? Kuddel hat ja noch einmal nachgefragt und bekam zu hören, dass wir uns um den Transfer zu Fraiserway selbst kümmern müssen. Wir nehmen noch einen Schlummertrunk in der Hotelbar und verabreden uns für 07:30 Uhr zum Frühstück. Danach fallen wir tot müde in unsere Betten.

 

 

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20.08.2007

 

Hotel - Airdrie - Fraiserway - Cochrane - Banff

  02. Tag

 

 

 140 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie verabredet, sind wir alle um 07.30 Uhr im Frühstücksraum versammelt. Das Büffet sieht gut aus, der Kaffee duftet und der Orangensaft schmeckt. Wir wollen gerade anfangen, uns über das frische Rührei herzumachen, da steht ein netter Mann an unserem Tisch und möchte uns zu  unserem Wohnmobilvermieter, bringen.

 

Also doch !  Abholung 07:30 Uhr !

 

Er sieht unsere entsetzten Gesichter und bietet uns spontan an, in einer halben Stunde wieder zu kommen, damit wir noch frühstücken können. Also einen Zahn zulegen, und ab geht's.

Wir sind dann alle pünktlich bereit. Bei Fraiserway gibt's keine Probleme. Alle sprechen Deutsch und deshalb geht die Übernahme der Wohnmobile auch flott über die Bühne.

 

Jetzt geht's los !

 

Moment, erst einmal einkaufen. Grundausstattung an lebenswichtigen Dingen. Einen Supermarkt zu finden, ist kein Problem. (Haben uns die Leute von Fraiserway beschrieben) Aber dann.... Es stehen sechs Erwachsene - clevere und welterfahrene Menschen - vor einem Einkaufswagen und versuchen ihn, mit einer Dollarmünze von den Anderen zu lösen. Selbst die vorhandene Zeichenerklärung kann nicht übersetzt werden! Man beschließt Hilfe zu holen. Und siehe da, alles gaaanz einfach. Man muss nur den "Schnulli" mit benutzen. Der weitere Einkauf verläuft ohne Zwischenfälle.  Dann sind wir soweit. Wir verlassen Calgary in Richtung Rocky Mountains.

Satte, grüne Wiesen links und rechts der Straße. Und dann auf einmal die ersten Berge in der Ferne. Gigantisch! Sie rücken immer näher und nach gut zwei Stunden haben wir Banff erreicht. Unser erstes Etappenziel. Den vorher ausgesuchten Campground an der Tunnel-Mountain-Road, finden wir problemlos und beziehen dort unsere erste Unterkunft für die Nacht. Anschließend ist noch Sightseeing in Banff angesagt. Leider ist die Main-Street eine einzige Baustelle, aber davon abgesehen, ist es eine schöne, kleine Stadt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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21.08.2007

 

Banff - Lake Louise

  03. Tag

 

 

60 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tag fängt ja gut an! Kuddel's Brille ist futsch. Wir stellen den ganzen Camper auf den Kopf, aber das gute Stück bleibt verschollen. Aber zum Glück funktioniert sein Navi ( Karin ) auch ohne seine Brille.

Draußen ist es kalt und wolkig. Ab und zu gibt es auch ein paar Sonnenstrahlen. Aber wir haben beschlossen, so schnell wie möglich den dicken Pullover, den ich haben wollte, zu kaufen. Vielleicht auch noch ein paar Handschuhe? Und eine Mütze muss auch her. Schließlich geht es ja noch weiter nach Norden.

Noch haben wir keine außergewöhnlichen Tiere gesehen. Dafür aber die zwei bezaubernden Boxer gestern Abend.

Nach dem Frühstück, um 09:00 Uhr, verlassen wir Banff in Richtung Lake Luise. Erster Halt an diesem Tag ist der Johnson Canyon. Der Parkplatz steht voller Reisebusse. Alles Asiaten ! Der Canyon mit seinen Wasserfällen ist grandios. Und den 2,5 km langen Aufstieg nehmen wir für diese Bilder gerne auf uns. Nachdem wir zurück sind, trinken wir noch einen Kaffee ( oder heiße Schokolade ) auf der Touri-Terrasse und jeder ist der Meinung:

Das war Spitze !

Gegen Mittag erreichen wir Lake Louise und suchen uns zuerst einen Platz für die Nacht. Anschließend fahren wir mit einem Camper weiter zum Lake. Der See ist traumhaft schön und liegt eingebettet zwischen schneebedeckten Bergen vor uns in der Sonne. Wir beschließen, ihn uns von oben anzusehen.       1,5 km nur. Toll ! (Aber steil bergauf) Horst und Marlene streiken auf der Hälfte des Weges. Wir anderen kraxeln bis nach oben. Super Ausblick. Der See liegt türkisfarben zu unseren Füßen.

Zurück am Campground genehmigen wir uns noch ein paar "Lümmelümms" und liegen um 20:00 Uhr in der Falle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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22.08.2007

  Lake Louise - Icefield - Jasper   04. Tag

 

 

235 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist schweinekalt. Geschätzte 0° Celsius. Alle haben in der Nacht gefroren. Gut, dass wir auf die zusätzlichen Decken bei Fraiserway bestanden haben. Der Himmel ist klar und die Sonne scheint.

 Nach einem heißen Kaffee und ein paar Scheiben Toast, machen wir uns auf den Weg nach Jasper. Wir verlassen Lake Louise auf dem Hwy 1 und biegen bereits nach wenigen Kilometern auf den schönsten Highway Kanada’s, den Icefields Parkway (Hwy 93) ein. Vorbei an hohen Bergen und kristallklaren Seen halten wir am Mistaya River Canyon. Nach einem kurzen Fußmarsch blicken wir in die Tiefe. Einfach toll. Beim Anblick solcher Naturgewalten kommt man sich als Mensch immer ganz klein vor. Oder?

Weiter geht’s in Richtung Gletscher. Als wir den höchsten Punkt erreicht haben, sind wir alle ein wenig enttäuscht. Saukalt, und dreckiger Schnee, der bis an die Straße reicht. Das ist alles? Ja, das ist alles. Na ja.

Wir fahren weiter und nehmen als Alternative zum Hwy 93 den Hwy 93A. Eine holprige Straße führt uns durch unberührte Natur. Klasse!

An einem kleinen See machen wir Halt und genießen die Aussicht. Der See ist voller kleiner Fische und Kuddel füttert das Rudel mit der Hand. Immer mehr Fische kommen angeschwommen. Das Wasser scheint zu kochen. Einige Fische springen sogar aus dem Wasser, um etwas von dem Brot zu ergattern. Ein tolles Erlebnis. ( Unsere ersten wilden Tiere aus der Nähe! )

Am frühen Nachmittag erreichen wir unseren Campground und beziehen hier für zwei Nächte Quartier. Die ersten Elche tauchen auf. Mitten auf dem Campground! Später finden wir sogar Bärenspuren und Bärensch....! ( ??). Am Abend ist dann Lagerfeuer und grillen angesagt. Bis das Essen fertig ist, wird noch ein wenig getanzt. In dicken Wanderschuhen tanzen wir, zur Freude der anderen Campgroundgäste, u.a. Kill the Spider und Chattahochee.

Nach dem Essen und ein paar Lümmelümms drehen wir noch eine Runde über den Platz. Schauen im Freilichttheater vorbei und hauen uns dann so gegen 21:30 Uhr aufs Ohr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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23.08.2007

 

Jasper - Maligne Lake - Jasper

  05. Tag

 

 

90 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben gut geschlafen und wissen jetzt auch, wie man sich warm hält! Erst die Wolldecke, dann die Zudecke. Aber vorher, Oma’s Hausmittel: Rote Socken anziehen!! Eine warme Dusche können wir auch genießen. Wunderbar. Aber, ach du Schreck. Wir haben ja hier keinen Strom! Kein Strom, keine Haare trocknen. Was jetzt?? Dem weitsichtigen Wohnmobilbauern sei Dank! Der Abgasstrahl der Heizung ist besser als der beste Fön!

Was wir jedoch verpasst haben, konnten Gott sei Dank unsere Mitstreiter festhalten. Am frühen Morgen zog eine ganze Familie Elche über den Campground. Wären die Bilder nicht vorhanden, ich würde es kaum glauben.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Jasper zum tanken. Der Sprit ist hier zwar billig, (ca. 0,80 €), aber die Karre verbraucht dafür auch 25 ltr auf 100 km!!!! Na, was soll’s.

Heute ist Sightseeing in der näheren Umgebung angesagt. Wir wollen durch den Maligne Canyon bis zum Maligne Lake. Der Canyon hat sechs Brücken, die wir alle überqueren müssen. Teilweise geht es über 50m in die Tiefe. Beeindruckend, wie alles in den Rockies. Der Lake ist dann nicht mehr so spektakulär. Dafür aber berühmt. Deshalb wimmelt es hier auch von jeder Menge Touris!!! (Solche wie wir).

Zurück nach Jasper. Shopping ist angesagt. Zunächst werden die Vorräte aufgefüllt. Dann finde ich endlich den ersehnten, dicken Pullover. Weiße Schafwolle mit dem roten Kanada-Ahornblatt. Die Verkäuferin meint nur: „Na, dann kann es ja jetzt kalt werden!“

An diesem Tag passiert nicht mehr allzu viel. Die Männer entsorgen noch die Schmutzwassertanks und füllen Wasser nach. Jaaaa, füllen Wasser nach!! Nach mehreren, vergeblichen Versuchen, wird das Handbuch zu Rate gezogen. Dann klappt es auch. Vielleicht hätten sie ja doch den Ratschlag des Vermieters, beherzigen sollen: „ Nehmt euch heute Abend drei Dosen Bier, und geht, zusammen mit dem Handbuch noch einmal alles durch. Dann gibt es auch keine Probleme.“ Jaja, manchmal sollte man auf so etwas hören.

Abends ist wieder Lagerfeuer angesagt. Die Reste vom Vortag werden aufgewärmt und man sitzt noch ein Weilchen zusammen, um den Tag ausklingen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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24.08.2007

 

Jasper - Mount Robson - McBride

  06. Tag

 

 

170 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute morgen bleibt die Küche kalt!! Am Vortag haben wir in Jasper ein Lokal entdeckt, die von sich behaupten: Hier gibt es Frühstück, wie bei Muttern! Also ist Abfahrt um 08:00 Uhr nach Jasper. Und sie behalten Recht. Das Frühstück war 1A! French Toast, Bratkartoffeln und Steak! Klasse.

Unser heutiges Ziel ist ein Campground bei McBride. Dazu fahren wir von Jasper aus auf dem Hwy 16 Richtung Nordwesten. Am Mount Robson machen wir Halt. Der Gipfel des höchsten Berges der Rockies hüllt sich, wie etwa 90% des Jahres, in Wolken. Trotzdem genießen wir die Aussicht, die Sonne und den Kaffee im Freien. Wir sind jetzt in British Columbia und haben somit auch eine Zeitgrenze überschritten. Wir stellen unsere Uhren um eine Stunde zurück.

Die Landschaft wird wieder grüner. Es gibt wieder Wiesen und Ranches. Schwarze, rote und schwarz-weiße Kühe und auch Pferde. Ohne Probleme erreichen wir unseren Campground. Der Platz ist prima. Als erstes wird die Waschmaschine angeschmissen. Alle warmen Sachen wandern in die Maschine. Anschließend besichtigen wir McBride. 20 Häuser, 10  Kneipen .... Aber es gibt lecker Fresschen im Main-Street-Grill und man kann da sogar frühstücken. Das Abendessen ist auch gerettet. Marlene hat sich bereit erklärt für alle zu kochen. Spaghetti. Lecker. Wir genießen die Sonne und den Ausblick auf den Fraser-River.

Auf einmal glaube ich, ich sehe nicht richtig. Am anderen Ufer: Unser erster Bär!!! Alle bewaffnen sich mit ihren Kameras und schießen wie wild drauf los. Der Bär schlendert am Ufer entlang und hält nach Futter Ausschau. Klasse.

Wir vertilgen Marlene's Spaghetti, wagen noch ein Tänzchen zwischen den Campern und gehen früh in die Falle. Es fängt an zu regnen und wird recht windig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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25.08.2007

 

McBride - Prince George

  07. Tag

 

 

220 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es hat zwar aufgehört zu regnen, aber die Berge sind nicht zu sehen. Alles ist im Nebel verschwunden. Kuddel kommt etwas enttäuscht um 06:00 Uhr vom Fluss zurück. Kein Glück bei der Bärenjagd.

Wir verlassen gegen 08:00 Uhr unseren Campground und fahren ins Städtchen McBride. Im Main-Street-Grill ist Frühstück angesagt. Wir sind sechs Personen. Also gibt es Family-Frühstück für sechs. Das haben wir aber nicht besser gewusst! Es gibt:

 

6 x Pancake

6 x French Toast

12 x Würstchen

6 x Kochschinken

Einen riesigen Berg Bacon & Eggs

Jede Menge Toast

Und eine Schaufel Bratkartoffeln.

 

(...und zwei, kleine niedliche Mäuschen, die ihr Heim in der Klimaanlage hatten)

Das ist unmöglich zu schaffen. Ein Doggy-Bag muss her. Die Bedienung bringt schon mal drei Stück in weiser Voraussicht. Wir essen bis wir platzen. ( Na gut, bis wir fast platzen) Der  Rest wird mitgenommen.

Jetzt beginnt eine sehr waldreiche, aber eher langweilige Etappe unserer Reise. Nur Wald bis an die Straße, keine Berge zu sehen und immer geradeaus. Gegenverkehr? Fehlanzeige. Wenn man hier verloren geht, wird man auch nicht gefunden. In dieser Einöde sehen wir unseren ersten Wolf, direkt am Straßenrand. Sieht aus wie ein sehr großer, grauer Schäferhund. Nur schöner. Bis ich die Kamera schussbereit habe, ist er bereits im Wald verschwunden. Schade.

Auf einmal Hinweisschilder! Eine Raststätte! Au ja, ein Kaffee wäre jetzt nicht schlecht. Eine kleine Blockhütte, etwas schmuddelig, aber mit allem ausgestattet was man möchte. Sogar deutschsprachige Bedienung. Ein echter, ausgestopfter Grizzly ist ein echter Blickfang. Wir entscheiden uns für Kaffee und Pie mit Eis. Über das kaputte Mobiliar, und sehr usselige (wie Marlene immer sagt) Kind sehen wir hinweg.

Nach insgesamt 220 km Einöde haben wir es geschafft. Wir erreichen Prince George. Nachdem wir uns auf dem Campground eingerichtet haben, fahren wir mit einem Camper in die Großstadt. Glauben wir. Aber hier werden bereits um 16:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. Das Ergebnis: Menschen- und Autoleere Straßen. Aber es gibt ja einen Saloon. Der öffnet zwar erst um 20:00 Uhr, aber wir wollen sowieso erst noch essen. Also Kneipe suchen, schummriges Etwas gefunden, essen und pünktlich um 20:00 Uhr wieder am Saloon. Keine Gäste zu sehen. Nachdem wir eine halbe Stunde, zu eher durchwachsener Musik, getanzt haben, machen wir uns auf den Heimweg. Und dann versagt auch noch das Navi!! (Hatte meine Brille nicht auf!) Aber trotz dieser widrigen Umstände, erreichen wir unseren Campground unbeschadet. Schlummertrunk bei Marlene. Als Horst dann, ohne sich zu verletzen, mit einem Campingstuhl zusammenbrach, hatten wir wenigstens noch ein Highlight.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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26.08.2007

 

Prince George -   Bowron Lake

  08. Tag

 

 

220 km

 

 

 

 

 

 

Nach zwei so üppigen Tagen (bezogen auf das Frühstück), wird heute im Camper gefrühstückt. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint. Heute geht’s nach Barkerville. Eine alte wiederhergestellte Westernstadt. Soll wie Pullman City sein, nur schöner.

Zunächst fahren wir jedoch zu unserem Campground. Der liegt ca. 30 km nördlich von Barkerville. Bis Barkerville eine gut ausgebaute Strasse. Aber dann ändert sich das. Von den 30 km fahren wir ca. 28 km über Schotter. 30-40 km/h, schneller geht es nicht. Aber es lohnt sich. Der Platz übertrifft alle, die wir bisher kennen gelernt haben. Wir bekommen drei Plätze direkt am Steilufer des See’s ( 12 m ) mit atemberaubenden Blick auf die Berge. Grandios! Wir beschließen, den Nachmittag hier zu verbringen und Barkerville am nächsten Tag zu besuchen.

Bei einem ausgedehnten Spaziergang, begegnen wir einem weiteren, wilden Tier Kanada’s. Von einer Brücke aus können wir einen ca. 90cm langen Lachs bewundern. Ein prächtiges Tier. Zurück an unseren Campern, gibt es zum Aufwärmen heiße Schokolade mit Rum oder einen Grog. Später tauchen weitere Bewohner Kanada’s auf. Der Steller's Jay und der Gray Jay fressen uns aus der Hand. Wir machen Feuer und zum krönenden Abschluss des Tages, haben wir Vollmond. Und der geht genau über dem See auf. Bilder wie aus einem Kalender. Dieser Ort ist eigentlich viel zu schade, um ihn nach einer Nacht wieder zu verlassen. Aber wir haben noch viel vor. Also fahren wir morgen weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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27.08.2007

 

Bowron Lake -  Barkerville -  Williams Lake

  09. Tag

 

 

240 km

 

 

 

 

 

 

Nach einem hervorragenden Frühstück mit Blick auf den Bowron Lake, in einer der typischen, kanadischen Holzhütten, fahren wir nach Barkerville, der Westernstadt. Das schöne Wetter vom gestrigen Tag ist vorbei. Es fängt an zu regnen und es ist wieder „schweinekalt“. Für das Museumsdorf sind wir wohl noch etwas zu früh dran. Wir können zwar die Stadt betreten, aber die Läden haben noch alle geschlossen. Wir wühlen uns durch die Historie der Stadt.

Die Läden öffnen so allmählich und man kann hineingehen und sich etwas aufwärmen. Verkauft wird wie auf der ganzen Welt üblich: Souvenirs, Souvenirs. Auch von der Führung in der zeitgemäßen Tracht dieser Zeit, bekommen wir noch etwas mit. Aber nach einer guten Stunde sind uns fast die Hände abgefroren. Kein Wunder, auf Nachfrage von Eddy erfahren wir, dass wir uns in einer Höhe von ca. 1300 m aufhalten. Wir beschließen, in unseren warmen Campern die Fahrt fortzusetzen.

In Quesnell machen wir  Rast und fahren dann weiter bis Williams Lake. Den Campground, den wir uns ausgesucht haben, können wir vergessen. Der Ausdruck „Spartanisch“ ist noch sehr geschmeichelt. Also fahren wir weiter, unter dem Motto: „Augen auf“. In Gedanken sehe ich uns schon bis zum 150 Miles-Haus fahren, da entdecke ich einen schönen Campground neben dem Highway. Preisgünstig, mit Strom, Wasser und Abwasser am Platz. Nur duschen müssen wir im Camper. Vorsichtshalber! Ein Campinghund findet auch gleich Anschluss bei uns. Den nehmen Kuddel und ich erst einmal auf eine kleine Wandertour mit.

Zum Abendessen gibt es die Reste vom Vorabendgrillen. Dann planen wir noch schnell unsere nächste Etappe und beschließen, bis zum Clearwater Lake zu fahren. Ein Tag Umweg. Ist aber noch drin. Hoffentlich lohnt es sich auch.

An der Einfahrt zum Campground stand:

 

Chief Yum Lin GAS BAR

 

Also machen wir uns auf den Weg zur Bar, um einen Schlummertrunk zu nehmen. April, April. Nur ne Tanke mit Shop, und

 

Kaffeebar!!

(....eine Kaffeemaschine und Pappbecher)

Also wieder kehrt und den Schlummertrunk bei Marlene und Horst genommen. Und dann: Gute Nacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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28.08.2007

 

Williams Lake - Clearwater

  10. Tag

 

 

305 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Wir verlassen unseren Campground am Rande von Williams Lake und fahren Richtung Süden bis zum 100 Mile House. Eine echte, alte Postkutschenstation. Heute ist es aber eine richtige, kleine Stadt. Bis dort fahren wir durch weites, grünes Land mit Vieh und Ranchhäusern. Unendlich weit und ohne Zäune.

Wir verlassen hier den Hwy. 97 und wechseln jetzt auf den Hwy.24 gen Westen. Links und rechts neben der Straße ein See neben dem Anderen.

Ab Clearwater geht es in die Cariboo Mountains, das Land der Seen, Wasserfälle und alten Vulkanen. Wells Gray Provincial Park.

Dies ist der Tag der Wasserfälle und Canyons. Der erste Canyon heißt Spahats Creek. 120m tiefe Schlucht und ein 60m hoher Wasserfall. Klasse!

Aber die Fahrt geht weiter zu den Dawson Falls. Klein Niagara. 91m breit und 18m hoch. Genauso spektakulär.

Der dritte im Bunde ist der Heimcken Falls. 141m Wasserfall und für uns alle als Krönung gibt es einen Adlerhorst. Besetzt mit einem Weißkopf-Seeadler. Das Erlebnis, auf das alle gewartet haben.

Von dort geht es dann 25km über Schotterstraße zum Clearwater Lake. Wir ergattern noch drei der letzten, zusammen liegenden Plätze und sind froh, diesen Abstecher gemacht zu haben. Komfort gibt es hier allerdings nicht. Dafür aber umso mehr Natur und unendlich viel Ruhe. Man hört nur das Rauschen des Flusses und ein paar Vögel in den Bäumen. Mittags haben wir in Little Fort Pause gemacht und Marlene hat das Bild der Black-Flying-Eagles dort an die Pinwand geheftet. Wir sind in der Kneipe nicht mehr zu übersehen.

Wir unternehmen noch einen kleinen Rundgang zum Lake und zünden dann unser Lagerfeuer an. Wir grillen Fleisch, Käsebrötchen und Marshmallows. Hhmm lecker! Und wie an den Tagen  zuvor, sind alle um 21.30 Uhr müde und im Bett verschwunden. Soviel frische Luft macht eben müde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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29.08.2007

 

Clearwater - Kamloops Lake

  11. Tag

 

 

240 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei leichtem Nebel, aber trocken verlassen wir den Clearwater Lake. Über die Schotterstraße geht es zurück in Richtung Hwy.

 An der Baileys Chute (natürliche Lachstreppe durch Stromschnellen) machen wir noch einmal kurz Halt. Wir sitzen gerade wieder im Camper und sind um ein paar weitere Kurven gefahren, als ein junger Bär ganz gemächlich, nach Bärenart, über die Straße schlendert. Völlig erstaunt und unerwartet, kann keiner so schnell den Fotoapparat zücken und ihn ablichten. Sch……! Ich erwische nur noch seinen Rücken, als er  im Dickicht verschwindet. Was soll’s! Weiter geht’s.

Wir fahren bis Kamloops und gehen erst einmal Großeinkauf machen. Danach navigiere ich uns durch das Großstadtgetümmel und weiter bis zu unserem Campground in Steelhead am Kamloops Lake.

Wir fahren durch Wüste mit völlig abgebrannten Wäldern. Wir erfahren später, dass vor 2 Jahren hier ein großer Waldbrand alles vernichtet hat. Gegen 14.00 Uhr erreichen wir unseren Lagerplatz direkt am See. Toll. Erst einmal Schuhe aus und Füße baden. Klasse.

Dann packt das Kuddelkind den Rucksack und macht sich, trotz hoher Temperaturen, auf den Weg. Rauf auf den Berg. Er entdeckt einen Adlerhorst mit Seeadler und macht tolle Fotos von oben. Wir anderen genießen die Sonnenstrahlen und den See. Am Abend wird für unsere Fischfreaks der Lachs über offenem Feuer gegrillt. Wir anderen nehmen lieber ein Steak und ne Wurst. Es ist Klasse. Wir können bis spät in kurzen Hosen und T-Shirt sitzen und lassen uns vom See und aufgehendem Mond verzaubern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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30.08.2007

 

Kamloops Lake - Whistler

  12.Tag

 

 

255 km

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sonne scheint schon richtig warm, als wir Steelhead verlassen und Richtung Süden fahren. Der Adlerhorst von gestern ist noch einmal zu sehen und so geht per Sprechfunk an Alle: Der Adlerhorst ist leer, sollen wir trotzdem anhalten zum fotografieren??? Horst antwortet: Wegen mir nicht! Ich bin noch viertel voll!!???  Die Lacher hat er jedenfalls auf seiner Seite.

Nachdem sich alle wieder beruhigt haben, geht es erst einmal zum Tanken. Wir füllen alle Tanks wieder auf und legen ein kurzes Shopping ein (in der Tanke). Dann geht es etliche Kilometer durch die Savanne. Dort wo gewässert wird, ist es grün. Die übrige Landschaft grau. Dann fahren wir auf den Hwy.99 und durchfahren eine traumhaft schöne Gegend. Hohe Berge mit Schneekronen, große blaue Seen. Hinter jeder Kurve gibt es ein neues OOHHH und AAHH! Und inmitten dieser Schönheiten, steht auf einmal ein Bär direkt vor uns am Straßenrand.

Wir können diesmal alle tolle Aufnahmen machen. Der Bär lässt sich gar nicht weiter stören. Weiter geht die Reise bis Whistler. Der nächste Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010. Daher ist unser Campground auch heute schon etwas teurer als alle Anderen bisher. Aber was soll’s. Dafür können wir Wäsche waschen und alle Tanks ver- und entsorgen.

Am späten Nachmittag gehen wir dann alle noch auf den Golfplatz! Rasen-Minigolf. Prima. Eine Mords-Gaudi! Das Restaurant am Platz macht leider nur Frühstück und Mittag. Also gibt’s heute Butterbrot im Camper. Danach planen wir dann noch den nächsten Tag und nehmen noch den Schlummertrunk bei Marlene

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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31.08.2007

 

Whistler - Nanaimo

  13. Tag

 

 

125 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es regnet. Die Tropfen klopfen heftig auf das Camperdach. Aber trotzdem machen Marlene und ich unsere allmorgendlichen Yoga-Übungen. Sind wir gut??? Dann gehen wir noch frühstücken und machen uns wieder auf den Weg. Heute geht’s ans Meer. Bis nach Vancouver. Es sind 111km, davon 75km Groß-Baustelle. Und alles wegen der Olympischen Spiele. Wir kommen aber dennoch gut voran und sind schon gegen 11.00 Uhr am Fähranleger. Da entscheiden wir kurzerhand: Wir fahren schon heute nach Vancouver-Island.

Die Fähre um 12.20 Uhr ist unsere und Marlene wird schon jetzt ganz flau im Magen. Also gibt’s von mir schon mal ein paar Rescue-Pastillen. Nachdem wir dann die richtige Spur zum einschiffen gefunden haben, gibt’s keine Probleme mehr. Wir stehen alle in der richtigen Reihe und warten auf die Fähre. Bis dahin koche ich erst einmal noch eine Kanne Kaffee. Alles kein Problem. Wir haben ja die Wohnung dabei.

Das Riesenschiff kommt und wir fahren auf die Fähre. Wir legen pünktlich ab und auch das Wetter wird allmählich besser. Die See ist glatt wie ein Spiegel und Marlene übersteht die Schiffsfahrt völlig unbeschadet. Sie meint nur: Besser als Bus fahren. Gegen 14.30 Uhr sind wir auf Vancouver-Island. Den schnell noch ausgesuchten Campground in Nanaimo finden wir auch ohne Probleme (Klasse Navi eben). Man spricht Deutsch. Und als sie hören, dass wir am nächsten Tag bis nach Victoria wollen (in Kanada ist dies ein Nationalfeiertag), empfiehlt man uns, den Platz vorzubestellen. Diese Empfehlung nehmen wir dankend an und man ist sogar bei der Reservierung behilflich. Die Plätze sind uns sicher. Toller Service.

Wir unternehmen noch einen Spaziergang zum Strand und treffen unterwegs auf eine Boxerdame. Die müssen Kuddel und ich natürlich erst einmal knuddeln. Sie sieht aus wie Odin. Abends gehen wir zum Essen in den Ort. Lecker Fresschen. Den Schlummertrunk heute gibt’s bei Eddy und Sylvi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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01.09.2007

 

Nanaimo - Victoria

  14. Tag

 

 

105 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

07.30 Uhr Yoga, 08.00 Uhr Abfahrt mit anschließendem Frühstück.

Gut gestärkt geht’s dann auf den Hwy 1 Richtung Victoria. In Duncan machen wir noch einmal Halt und besichtigen das Holzmuseum und die Totempfähle in der City. Auf dem Markt in der City, finde ich sogar die gesuchte Wollmütze. Wir kaufen noch grüne und rote, selbstgemachte Marmelade.

Danach fahren wir weiter bis Victoria zu unserem Campground Fort Victoria. Alles schon ziemlich städtisch. Die Plätze sind recht eng. Wir machen ein Stündchen Pause und nehmen dann den Bus nach Victoria-City. Geht prima.

Zuerst in den Lederladen. Gürtel und Buckles. Dann Shopping-Center. Aber nicht unsere Hausnummer. Also gibt’s einen Kaffee und ein Eis. Das Eis wird nach Gewicht verkauft. Eine Kugel sind 200g. Alles in einer Waffeltüte mit dicker Schokolade und Nüssen. Einfach nur rattenscharf und lecker. Dafür aber auch 12,00 CAD.

Danach geht’s weiter zum Hafen. Hier soll es die besten Fish and Chips von ganz Vancouver-Island geben. Die müssen wir natürlich haben. Im Hafen angekommen, ist hier Highlife. Dieses Wochenende ist Bootsausstellung. Ein Schiff schöner als das Andere. Alte, Neue, Motorboote und Segelschiffe. Klasse. Flohmarkt am Pier und ein Alleinunterhalter der Countrymusik spielt. Wir machen Linedance dazu und alles schaut her. Super.

Nach einem unendlich langen und nicht enden wollenden Weg, finden wir auch die lang ersehnte Fischbude. Wie bei Gosch auf Sylt. Fish and Chips. Einfach lecker. Der weite Weg hat sich gelohnt. Danach schlendern wir zurück zu unserer Bushaltestelle und fahren zurück zum Campground. Während der Fahrt können wir noch einmal einen Blick auf das beleuchtete Parlamentsgebäude erhaschen. Ein toller Tag. Eddy und Sylvia gehen morgen Wale wachting. Und wir? Mal sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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02.09.2007

 

Tagesausflug von Victoria aus

  15. Tag

 

 

130 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute ist Horst und Marlene’s 39.Hochzeitstag und Horst hat ihn nicht vergessen!

Eddy und Sylvi gehen Wale suchen und wir machen uns auf den Weg (aber mit Camper) Richtung Strand. Wir wollen schließlich die Füße einmal im Pazifik baden.

Dies bedeutet aber zuerst einmal fahren. Auf dem Hwy 1 wieder Richtung Nanaimo und dann Abfahrt Sooke. Es geht durch dicht bewaldetes Gebiet immer weiter Richtung Westen. Wir machen kurz Halt bei einem Holzschnitzer. Er wohnt in einer kleinen Hütte zusammen mit 10 Katzen. Er macht tolle Schnitzereien und Holzarbeiten und seine Hütte ist mit allen modernen Geräten ausgestattet. PC, Telefon mit AB und sogar ein Kreditkarten-Lesegerät.

Nach 30km erreichen wir Sooke. Nicht sehr groß und vom Strand sieht man auch nichts. Also weiter. Wir fahren Richtung River Jordon. Auf der Hälfte finden wir French Beach. Ein toller Picnic-Ground direkt am Meer. Nur sieht der Strand hier etwas anders aus, als man es sich vorstellt. Viele tolle, dicke Steine. Einer schöner als der Andere. Hier kommen die Füße in den Pazifik. UUHHH, Schweinekalt!!! Es tut richtig weh. Aber wir waren drin. Wir laufen dort ein wenig, bevor es weiter geht nach River Jordon. Es wird immer einsamer. In River Jordon gibt es drei Häuser, davon stehen zwei zum Verkauf. Das dritte Haus, eine etwas bessere Bretterbude, ist ein Cafe. Wir genehmigen uns hier einen frischen Kaffe und es gibt sogar Hot Schokolade. Wir müssen auf dem selben Weg auch wieder zurück. Es gibt keinen zweiten.

Auf dem Rückweg unternehmen wir noch ein Kurz-Shopping und dann geht’s zurück zum Campground. Eddy und Sylvis watching war auch erfolgreich und beide haben es unbeschadet überstanden. Am Abend laden Horst und Marlene noch zum Umtrunk ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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03.09.2007

 

Victoria - Vancouver

  16. Tag

 

 

90 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

08.00 Uhr ist Abfahrt in Richtung Fähre. 3 km vor Swart Bay ein Laufband über die Strasse.

„09.00 Uhr Fähre zu 70% ausgelastet“

Wir schauen auf die Uhr. Es ist 9 Minuten vor Neun. Ein bisschen aufs Gaspedal gedrückt, (Ausnahmsweise mal 20 Km/h schneller als erlaubt) und wir erreichen im letzten Augenblick die Fähre. Bevor Marlene überhaupt merkt, dass wir am Fährhafen sind, haben wir schon abgelegt. Klasse. Teilweise haben wir Nebel unterwegs, die Fähre schaukelt kaum und deshalb braucht Marlene auch keine „K“-Tüte.

Das Ausschiffen geht reibungslos über die Bühne. Wir fahren Richtung Vancouver, auf der Suche nach dem Hwy 1. Wir haben uns nämlich im Osten der Stadt einen Campground ausgeguckt. Allzu viele Schilder gibt es hier nicht und als es uns zu bunt wird nehmen wir den Hwy 7, der später auch auf den 1 er führt. Nur wann????

Als wir endlich gar nicht mehr wissen, wo wir eigentlich sind, fahren wir auf eine Tanke und Kuddel geht fragen. Er erfährt, dass wir nur noch zwei Kreuzungen vom Campground entfernt sind. HA ! Das Navi funktioniert ja wohl perfekt!! Wenn wir hier schon mal sind, können wir auch gleich tanken und im Shopping-Center die Vorräte auffrischen. Auf dem Campground werden uns die Details sogar auf Deutsch erklärt. Aus unserer Sicht haben wir einen Komfortplatz erwischt. Duschen, Waschmaschinen, Strom, Wasser, Abwasser am Platz. Sogar ein Hallenbad ist vorhanden. Klasse!

Wir beißen noch schnell in ein Brötchen und dann geht es mit dem Sky – Train ab in die Stadt. Ziel ist der Ortsteil Gastown und Chinatown. In Gastown erleben wir die Dampfuhr aus allernächster Nähe. Nicht nur das Uhrwerk, sondern auch das Schlagwerk wird mit Dampf betrieben. Faszinierend. Anschließend wird ein wenig geshoppt und ein Rundgang durch Chinatown gemacht.

Essenszeit! Wir gehen in die „Spaghetti Factory“. Das Essen ist klasse, der Service ist 1A und die Preise sind human. Was will man mehr? Genudelt, gewudelt und gedudelt geht es zurück zum Campground.

Hier beschließen wir noch einen Tag länger zu bleiben. Grund: Kuddel hat im Norden von Vancouver die Suspension Bridge entdeckt. Und auch der Stanley Park soll sehenswert sein.

Abends genehmige ich mir noch das Hallenbad und den Whirlpool und danach geht’s ins Bett.

Währenddessen haben die Anderen im Internet-Cafe einen Eintrag in unser Gästebuch gemacht. Tolle Idee.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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04.09.2007

 

Vancouver - Suspension Bridge - Vancouver

  17. Tag

 

 

65 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im strömenden Regen machen wir uns auf den Weg zur Suspension Bridge. Das ist eine riesige Hängebrücke über einen Canyon. Dort gibt es auch einen Pfad hoch oben in den Bäumen durch den Regenwald.

Wir müssen quer durch Vancouver. Ca. 40 km. Bei den Highways ist das jedoch kein Problem. Pro Person zahlen wir 27,- CAD Eintritt. Ganz schön heftig. Aber im Nachhinein lohnt sich diese Investition. Grund: Unsere Marlene, die in Deutschland über keine Brücke geht, die höher als 50 cm ist, oder durch die man Wasser unter sich sehen kann, geht ganz alleine über die Suspension Bridge!

 

Ca. 100 m lang und 70 m  Hoch !!!!

 

Es war einfach nicht zu glauben. Wirklich gut, dass es Fotos davon gibt.

Danach geht es zurück nach Vancouver. In den Stanley Park. Wir genehmigen uns Fish & Chips, beobachten Wildgänse beim Fressen und stehen direkt am Meer und betrachten die riesigen Frachtschiffe, die hier vor Anker liegen.

Danach ins Aquarium. Flipper, der Seeelefant (Augsburger Puppenkiste) Wale, und viele andere Meerbewohner sind dort zu sehen. Eigentlich ein gelungener Tag. Aber dann....

Wir kommen zu unserem Camper zurück, (Wir sind nur mit einem gefahren) und siehe da, es klebt ein Ticket hinter dem Scheibenwischer. Und das, obwohl wir ordnungsgemäß einen Parkschein gezogen haben! Wir sollen 31,80 CAD zahlen! Frechheit! Kuddel ist stinkig und wir fahren noch einmal durch den gesamten Park bis zur Parkverwaltung. Die Angestellten dort streiken gerade. Na, Klasse! Eine junge Frau erbarmt sich dann aber und hilft dem Kuddel weiter. Sie telefoniert ein paar Mal. Michael (alias Kuddel) muss dann einen Widerspruch, natürlich in Englisch, verfassen. Der wird dann per Fax an die richtige Adresse geschickt. Na mal sehen, ob da noch was nachkommt.

Der Rest des Tages ist erholsam und Urlaub. Hallenbad, Whirlpool und den Schlummertrunk heute bei Sylvi und Eddy.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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05.09.2007

 

Vancouver - Hope - Lightning Lake

  18. Tag

 

 

215 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vancouver ade! Wir fahren Richtung Osten, finde auch gleich den Hwy 7 und stehen erst einmal im Stau. Großstadt morgens 08.00 Uhr. Rushhour. Für ganze 30 km benötigen wir nur 2 Stunden.

Danach wird erst einmal das nächste Shopping-Center angesteuert und eingekauft. Dann weiter Richtung Osten. Und jetzt ist Kanada endlich wieder Kanada! Wiesen, Wälder und unendliche Weiten. Wir erreichen den R.C. Mannings Nationalpark gegen Mittag. Totale Einsamkeit. Nicht einmal ein Coffee-Shop kommt in Sicht. Also wird der nächste Picknick-Ground angefahren und selbst Kaffee gekocht. Wozu hat man schließlich den gesamten Hausstand dabei?

Danach suchen wir unseren Campground. Lightning Lake. Weitab vom Hwy ( ca. 5 km) und an einem See. (sagt ja schon der Name. Oder?) Totale Idylle. Einfach Klasse.

Duschen und Toiletten sind vorhanden. Strom und Wasser aber nicht. Macht ja nichts, haben wir ja dabei. Dafür Natur pur. Nach dem Großstadtgetümmel genießen wir die Stille und Einsamkeit. Wir schlendern am See entlang, genießen die Sonne. Abends gibt es wieder gegrilltes vom Lagerfeuer und als Nachtisch, gegrillte Marschmallows.

Und dann passiert es!! Marlene singt.... „Drei weiße Birken“.

Kanada-Koller oder was?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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06.09.2007

 

Lighning Lake - Princeton - Osyoos - Oliver

  19. Tag

 

 

215 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute geht es ins Okanangan Valley. Wir verlassen, wie jeden Tag, um 08:00 Uhr unseren Campground und machen uns bei bestem Wetter auf den Weg. Die Landschaft wechselt. Dort wo gewässert wird, ist es grün, das übrige Land, Steppe. Wir sehen wieder einmal Wölfe. Aber leider ist auch diesmal keiner in der Lage Bilder zu machen. Die Biester sind einfach zu schnell.

Auf dem weiteren Weg sehen wir ein paar echte Cowboys, mit Lasso und Hunden, die Vieh zusammen treiben. In Keremeos machen wir zweites Frühstück. Bei Billy’s. Laut Reklame, der beste Frühstücksmacher weit und breit. Es stimmt. Schmeckt prima. Nur Eddy hat es nicht toll getroffen. Er bekam Milchreis.

Weiter geht es über den Richter Pass nach Osoyoos. Es ist im Bereich des Passes richtig stürmisch geworden. Doch dann ein genialer Anblick. Jenseits liegt ein riesiges, grünes Tal. Das Okanangan Valley. Es ist die wärmste Ecke Kanadas. Hier wird Wein angebaut und man bekommt Pfirsiche und Necktarinen frisch vom Baum. An einem der vielen Obststände kaufen wir ein. Direkt vom Erzeuger. Spottbillig und gut!

Weiter geht’s nach Oliver zu unserem Campground am Gallegher Lake. Wir bekommen drei Plätze direkt am See. Toll. Und warm ist es auch. Im See kann man sogar baden und wir genießen die Sonne.

 

 

 

 

 

 

 

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07.09.2007

 

Oliver - Kelowna - Coldstream - Cherryville

  20. Tag

 

 

210 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir verlassen den warmen Gallegher Lake, aber nicht bevor wir die tolle Schaukel auf dem Spielplatz ausprobiert haben.

Entlang des Okanagan Lake geht unsere Fahrt. Alles hält die Augen auf und ist mit einer Kamera bewaffnet. Wir sind auf Kopfgeldjagd! Ogopogo, so sagt die Legende, ist ein kleiner Bruder von Nessie und wohnt in diesem See. Auf seinen Kopf ist eine Belohnung von einer Million CAD ausgesetzt! Wir konnten sie uns nicht verdienen. Leider.

Später beginnt es zu regnen. In Kelowna überqueren wir den See über eine gewaltige Brücke, die zum Teil über Pontons führt. Kelowna ist eine Großstadt. Wir wollen uns den Citypark anschauen, können ihn aber ohne Stadtplan nicht finden. Schade. Da das Wetter auch Sch... ist, beschließen wir einfach weiter zu fahren.

In Vernon verlassen wir den Hwy 97 und wechseln auf die 6 bis Cherryville. Vorher machen wir noch in Lumby Kaffee- und Einkaufshalt, da von jetzt an nur noch Natur kommt. Unser Campground, der Gold Panner Campground, ist unter deutscher Leitung. Ein toller Platz, mit alten Traktoren, alten Autos, Motorsägen und vieles mehr. Alles was man so zum Goldsuchen eben braucht. Wanderwege rings um den Ground. Und ein Cafe. Also morgen Frühstück dort.

Abends machen wir ein Lagerfeuer und es gibt Lumumba zum wärmen. Denn inzwischen ist das Wetter wieder gut, aber recht kalt. Deshalb gehen wir auch alle gegen 20:30 Uhr in die Falle zum gegenseitig wärmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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08.09.2007

 

Cherryville - Nakusp - Kaslo

  21. Tag

 

 

235 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem eher gruseligem Frühstück geht's heute weiter bis New Denver. Die nächsten 100 km bestehen aus Natur, Natur und noch einmal Natur. Alles Wälder, kein Lebewesen weit und breit. Nicht einmal die Wildtiere sind zu sehen. Dann auf einmal doch etwas lebendiges. Eine braune Milchkuh kommt ganz gemütlich den Hang herunter. Na, dann müssen wir uns ja wieder der Zivilisation nähern. Und so ist es. Drei Hütten und ein paar Straßenschilder. Und hinter der nächsten Kurve endet die Straße am Wasser..... Ein traumhaft schönes Panorama und eine Fähre liegen vor uns. Marlene ist schon ganz still, und mit Kuddel redet sie kein Wort mehr. ( Bis auf weiteres. )

Die Überfahrt bei strahlendem Sonnenschein dauert nur 8 min. und ist kostenlos. Klasse. Am anderen Ufer gibt es auch wieder eine Straße und weiter geht’s. Wir erreichen New Denver gegen Mittag. Die Campground’s sind zwar recht karg eingerichtet und klein aber voll!! Was nun? Ein älteres Ehepaar erklärt uns, dass New Denver und Hills den besten Knoblauch in ganz Kanada anbauen und an diesem Wochenende das jährliche Knoblauchspektakel stattfindet. Sie raten uns bis nach Kaslo zu fahren. Das liegt am Kootenay Lake. Alten Leuten widerspricht man nicht, und so machen wir uns auf den Weg. Erst den Berg hinauf und dann wieder hinunter. Auf der Hälfte der Strecke ein Schild mit dem Hinweis „Food“. Wir haben Hunger, und so folgen wir dem Hinweis. Der Weg ist schmal, hoffentlich kommt keiner von vorn! Dichtes Unterholz rechts und links... dann stehen wir vor dem Lokal. - Na, ja. - Und drinnen?? Ein deutscher Besitzer und ein deutscher Koch. Wir speisen vom Feinsten in dieser Wildnis. Bekommen noch als Nachtisch eine neue Creation des Kochs. Schokoladen-Tee-Sorbet. Klasse.

Nach weiteren 25 km erreichen wir Kaslo. Der Platz liegt direkt am See und bis in die Stadt sind es 5 min. zu Fuß. Den Rest des Tages verbringen wir mit der Besichtigung des ältesten Raddampfers Kanadas und ein wenig Shopping.

 

 

 

 

 

 

 

 

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09.09.2007

 

Kaslo - Nakusp - Galena - Revelstoke

  22. Tag

 

 

225 km

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir frühstücken jeder im Camper und um 08:30 Uhr ist Abfahrt. Als wir den Campground verlassen, hat ein Kanadier Horst noch irgendetwas von gesperrter Straße oder so erzählt. Also fragen wir vorsichtshalber an der Tankstelle noch einmal nach, ob die Strecke offen ist. Und tatsächlich, die ausgesuchte Strecke ist zwar befahrbar, aber mit unseren großen Campern würden wir etliche Stunden brauchen. Der Tankwart spricht immer wieder von einer „dirty road“.

Wir fahren also von Kaslo bis Nakusp auf demselben Weg den wir gekommen sind zurück. Und wie gut. Läuft uns doch im schönsten Sonnenlicht wieder einmal ein Bär vor die Kamera. Schön. Die anderen bekommen ihn aber leider nicht zu Gesicht. Da die Autos sehr laut sind, sind die Tiere auch immer gleich verschwunden.

Die Landschaft wird wieder interessanter und in Jalina Bay müssen wir wieder Fähre fahren. Marlene freut sich schon.

Diesmal haben wir aber etwas Pech. Wir sehen gerade noch die „Rücklichter“ der ablegenden Fähre. Na ja, warten wir eben ein wenig. Wir treffen hier wieder einmal auf Deutsche und klönen eine Weile. Weil wir alle so von Kanada schwärmen, sagen sie, wir sollen doch umsiedeln, da hier immer noch jede Menge Leute in allen Berufen gesucht würden. Na mal sehen.

Als wir auf der Fähre sind, ist Marlene ganz ruhig. Sie steigt sogar aus und filmt die Landschaft. Trotz soviel Wasser!

Von der Fähre aus, haben wir einen schönen Blick auf den Mount Odin. (So hieß unser erster Boxer).

Die Weiterfahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse. In Revelstoke gibt es noch einen Kaffee. Dann noch 5 km bis zu unserem Campground. Ein schöner Platz mit heißen Quellen. Nur die Bahnlinie hinter uns stört ein wenig. Kuddel und ich gehen noch baden. Das Wasser ist prima, das „kalte“ Becken hat nur 31° C und das warme hat etwa 40° C. So heiß badet man nicht einmal zu Hause.

Tagsüber war es richtig schön warm, doch jetzt gegen Abend, wird es etwas „maikühl“. Lange draußen sitzen ist also nicht und so sind alle recht früh in ihrem Camper verschwunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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10.09.2007

 

Revelstoke - Golden - Radium Hot Springs

  23. Tag

 

 

235 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Sonne, aber recht kaltem Wetter, geht es wieder auf dem Hwy 1 gen Osten. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Die Berge werden immer höher, je näher wir dem Rogers Pass kommen. Danach können wir wieder den Blick auf die Rockies genießen. Hohe Berge, blaue Seen und Wälder wechseln sich ab. In Golden, einer kleinen Stadt, machen wir Stop. Hier tanken wir, finden sogar einen Geldautomaten, (In der Wildnis recht selten) und trinken Kaffee bei Timm Houstons. Mmmmhhh, lecker Donuts und der beste Kaffee in Kanada bisher.

Danach geht’s wieder auf den Highway. Diesmal ist es der 95 S. Einsamkeit und die Columbia Wetlands liegen vor uns und bei Horst blinken inzwischen alle Reservelampen!!! Also müssen wir die nächste Tankstelle suchen. Die finden wir in Brisco und sie gehört zu einem General Store. Ein Haus, zwei Zapfsäulen auf der anderen Straßenseite eine Kirche und ein bis zwei weitere Häuser. Aber der Laden ist mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt. Ob Nägel, Hundefutter oder Wodka; ob Bücher, Videos, Anglerbedarf oder gekühlte Getränke. Alles, aber auch wirklich alles ist hier zu haben. Eben ein „General Store“. Und Gott sei Dank auch Benzin. Wir tanken dann auch alle. Wahrscheinlich hat der Betreiber durch uns seinen Monatsumsatz an Benzin erreicht.

Die letzten km bis Radium Hot Springs verlaufen ruhig und gelassen. Unser Campground ist ok. Nur zu den heißen Quellen muss man noch 5 km fahren. Am Nachmittag teilen wir uns, Kuddel und ich schmeißen den Rest der Crew in Radium aus dem Camper, sie wollen shoppen, und wir fahren zum Baden. Eingebettet zwischen hohen Bergen liegen die warmen Pools. Herrlich zu relaxen.

Nach 1,5 Stunden treffen wir die Anderen wieder. Schon von weitem erkennen wir, dass sie keine Einkaufstüten dabeihaben!!?? Warum eigentlich nicht? Ach jaaaaa..... Zeitumstellung! Haben wir vergessen. Wir sind hier schon eine Stunde weiter! Und die Läden haben bereits geschlossen.

Beim Country Black Jack gibt es Abendessen. Das Essen ist einfach Klasse. Aber das Drumherum ist fürchterlich, entsetzlich einfach daneben!! Die Musik, die gespielt wird ist UNSERE Musik!!! Fais do do und so. Und wir können nicht tanzen!! Das grenzt schon an seelische Grausamkeit.

Aber auch das geht vorbei und zurück auf dem Campground machen wir noch ein Feuerchen und lassen den Abend langsam ausklingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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11.09.2007

 

Radium Hot Springs - Banff

  24. Tag

 

 

185 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auweia! Wir haben verschlafen! Marlene wollte schon „Bärenalarm“ auslösen, weil sie glaubte, wir sind in die Berge zum Morgenwandern. Dabei haben wir nur im Bett gelegen und geschlafen. Manchmal braucht man ja nur mal klopfen, um helle Aufregung zu vermeiden.

Die Abfahrzeit wird auf 10:00 Uhr verschoben und Kuddel stellt jetzt auch seine Uhr auf Mountain-Zeit! Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel verlassen wir Radium Hot Springs, aber nicht, ohne vorher die in der Morgensonne liegenden Rockies zu fotografieren. Es geht über den Sinclair Pass und den Vermillion Pass nach Banff. Wer aufmerksam dem Bericht gefolgt ist, merkt, dass wir hier bereits einmal waren. Stimmt.

Links und rechts der Straße sind abgebrannte Bäume zu sehen. 2003 hat hier ein Großfeuer ganze Arbeit geleistet. Zwar ist bereits im Unterholz wieder einiges an Grünzeug zu sehen aber im Ganzen ist es ein trostloser Anblick.

Nach dem Vermillion Pass wird es wieder freundlicher. In der Nähe von Banff wollen wir erneut unser Nachtlager aufschlagen. Etliche Campgrounds sind bereits seit Anfang September geschlossen. Den dritten, den wir anfahren, ist jedoch noch geöffnet. Schwein gehabt! Er heißt Two Jack Lakeside und liegt am Ausläufer des Lake Minewanka. Ein traumhaftes Plätzchen. Hirsche sind unsere Nachbarn, schwarze See-Rohrdommeln trinken Marlenes Kakao. (Der ist danach nicht mehr zu gebrauchen. Der ist bächchel.  Chipmonks und maderähnliche Tiere kreuzen unseren Weg. Ein Otter lässt sich bei seinen Schwimmkünsten bewundern. Wir bekommen fast mehr Tiere an diesem Nachmittag zu sehen, als in den vergangenen 4 Wochen. Klasse.

Die Duschen und die Toiletten sind sauber und in gutem Zustand. Dort gibt es auch Strom. Wir lassen die Seele baumeln und haben einen sensationellen Blick auf die Berge.

Abends treffen wir uns am obligatorischen Lagerfeuer, (Holz ist hier im Preis enthalten) nehmen den einen oder anderen Lümmelümm und sind rundherum zufrieden. Wir beschließen, hier bleiben wir noch einen Tag. Aber geht das auch noch?

Wir müssen einen Kalender zu Rate ziehen, da keiner so genau weiß, ob heute Dienstag oder Mittwoch ist. Man hat das Zeitgefühl verloren. Was soll es, es ist einfach Urlaub. Aber der eine Tag ist noch drin. Schööööön.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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12.09.2007

 

Banff

  25. Tag

 

 

0 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nacht war fürchterlich. Es hat stundenlang gewittert. Taghell war es draußen (Manchmal). Es hat geschüttet wie aus Eimern. Wir mussten sogar die Dachluken schließen, da es sonst dort hereingeregnet hätte. Es ist alles grau in grau.

Wir unternehmen gegen 06:00 Uhr einen ersten Morgenspaziergang zum See. Nebel und Dunst bis an den Horizont. Durch das eine oder andere Loch sieht man jedoch ein paar Berge. Und die sind weiß!! Eindeutig Schnee. Langsam lässt der Regen nach und die Sonne kann sich durchsetzen. Es reißt auf. Sämtliche Gipfel ringsherum sind schneebedeckt. Wie mit Puderzucker. Und manchmal war die Tüte kaputt. Da liegt er dann etwas dicker.

Heute ist noch einmal Shopping in Banff angesagt. Wir erstehen für Julia einen Cowboyhut und für mich noch eine dicke Jacke für die Hundespaziergänge an den kalten Tagen.

Mittagessen in der „Old Spaghetti Factory“. So wie in Vancouver. Nur dort war die Einrichtung schöner. Aber der Service und das Essen sind genauso gut.

Am Nachmittag gibt’s erst einmal ein Mittagschläfchen und dann noch einen Spaziergang entlang des Sees. Wir wecken den Otter und bekommen als Dank ein paar schöne Bilder von ihm.

Dann noch einmal Lagerfeuer. Wahrscheinlich das letzte auf dieser Reise hier in Kanada. Es kommt ein wenig Wehmut auf. Sind denn diese vier Wochen schon vorbei? Scheint so. Aber wir freuen uns auch auf zu Hause.

Die restlichen Marshmallows werden gegrillt, Restbestände von Lümmelümm werden vernichtet. Es ist schon recht kalt und das Feuer wärmt ja nur von vorn. Also verschwinden wir alle so gegen 21:30 Uhr in der Falle. Morgen geht’s nach Calgary.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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13.09.2007

 

Banff - Calgary

  26. Tag

 

 

115 km

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Elchkuh sagt uns noch einmal Tschüss, bevor wir aufbrechen. Der Hauch von Wehmut des gestrigen Abends ist noch nicht verschwunden.

Wir nehmen den Hwy1 nach Calgary. Die Rockies im Rücken werden immer kleiner. Das Wetter ist gut. Die Sonne scheint und die Temperatur steigt. Nach gut 1,5 Stunden Fahrzeit erreichen wir unser Quartier für die letzte Nacht im Camper. Der Platz haut uns nicht vom Hocker, genauso wenig wie der Mann an der Rezeption. Aber es ist alles sauber und es ist nicht mehr weit bis Airdrie. Wir checken ein und die Männer machen sich anschließend auf den Weg zu Fraiserway, um die Koffer zu holen. Wir Mädels trinken derweil Kaffee und halten Smalltalk.

Gegen Mittag sind unsere Männer zurück und es heißt erst einmal Koffer packen.  Mein Gott! Was sammelt sich in vier Wochen so alles an!

Anschließend kommen die Reste auf den Tisch. Drei Sorten Eis, Schokolade, Kekse Bier, Cola, Wein und.. und .. und..! Kaum zu schaffen!

Bei Kuddel und mir reichen die Vorräte gerade bis einschließlich Abendessen. Marlene weiß nicht wohin mit ihren Resten. Nachdem Kuddel ihr einen Wink mit dem Zaunpfahl gegeben hat, lädt sie uns zum Frühstück ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

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14.09.2007

 

Calgary - Airdrie - Calgary - Ranchman

  27. Tag

 

 

30 km

     
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem zünftigen Reste-Frühstück starten wir um 08:30 Uhr in Richtung Fraiserway. Unterwegs gibt’s noch einen letzten Fototermin mit Blick auf die bereits in der Ferne liegenden Rockies.

Die Rückgabe der Camper dauert eine gute Stunde und dann bringt uns der Shuttlebus Downtown ins Sandman.

Dort angekommen heißt es: „ Einchecken erst ab 12:00 Uhr“

Na ja, 30 Minuten warten, geht ja noch. 12:05 Uhr erfahren wir,dass unsere Zimmer erst ab 13:00 Uhr fertig sind. Aber wir können unser Gepäck unterstellen. Gesagt, getan und zum Essen ab zu McDonalds.

Als wir zurück sind, können wir unsere Zimmer beziehen. Wir wohnen im 16. Stock und haben Blick auf die Rockies. Jetzt machen wir erst einmal Pause. Wir verabreden uns mit Marlene und Horst für 17:00 Uhr.

Ach ja Marlene und Horst.... Das Abenteuer „H&M und das Sandman“ wird gesondert abgehandelt.

Eddy und Sylvi gehen shoppen und wir anderen machen uns im schicken „Black-Flying-Eagles“ – Outfit auf den Weg ins Ranchman.

Das Abenteuer beginnt mit der Fahrt in der kostenlosen Straßenbahn zur Rushhour. Brechend voll das Teil. Umfallen ist hier unmöglich. Erstaunlich wie viele Menschen in einen solchen Wagon passen.

Als wir aussteigen ist nichts vom Ranchman zu sehen. Kuddel fragt einen Sheriff und erfährt, dass wir noch zwei Stationen weiter müssen. Die Bahn ist genauso voll, wie die vorher aber was soll’s. Anschließend noch 10 min. Fußweg und wir stehen vorm Ranchman...

Ach du meine Güte! Das soll’s sein? Von außen nur ein besserer Schuppen. Die Bretterbude droht fast einzustürzen. Kuddel sucht den Eingang, informiert sich und zeigt uns dann den richtigen Eingang. Der Türsteher empfängt uns sehr freundlich. Noch netter wird er, als er erfährt, dass wir Linedancer aus Deutschland sind. Das verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Wir betreten den Laden und sind überrascht. Etliche, riesige Leinwände auf denen sämtliche Sportveranstaltungen Kanadas zu sehen sind. 8 – 10 Billiardtische. Und wo ist der Dancefloor? Haben sie reserviert? Werden wir gefragt. Nein, natürlich nicht. Na egal, für deutsche Linedancer finden wir noch einen Tisch.

Wir werden in einen angrenzenden Saal geführt und hier verschlägt es uns die Sprache. Ein riesiger Dancefloor zu dem man 3 Stufen hinab gehen muss. Tische und Bänke und wir erhalten einen davon direkt neben dem Zugang zum Tanzboden. Klasse. Überall hängen Sättel, Zaumzeug, Bilder mit Autogrammen, Chaps und noch vieles mehr von der Decke. Und es läuft bereits unsere Musik! Neon moon, Fais do do, Chattahochee. Toll.

Der angekündigte Workshop entpuppt sich als Flop. Der Typ kommt in Ballettschuhen und lehrt Rumbaschritte zu latein-amerikanischer Musik.

Mit der Bedienung müssen wir „Guten Abend, gute Nacht“ auf deutsch singen. Dann spricht uns eine junge Frau auf unsere T-Shirts an. Ob wir ein Linedance-Club aus Calgary wären. Sorry nein sagt Kuddel, wir sind aus Deutschland. Es stellt sich heraus, dass sie ebenfalls aus Deutschland stammt, seit einem Jahr in Calgary wohnt und krampfhaft einen Linedance-Club sucht.

Die Band, die um 08:00 Uhr spielt ist einfach rundherum Spitze! „Somebody like's you kommt wie von Keith Urban persönlich gesungen rüber. Wir kommen hier voll auf unsere Kosten.

Der Tanzstil ist hier etwas anders als bei uns. Man geht immer im Kreis und dreht sich zwischendurch mal. Na ja.

Aber wir finden schnell einige Anhänger unseres Tanzstils. Gegen 23:00 Uhr brennen dann die Füße. Oft gesessen haben wir nicht.

Am Bahnhof bekommen wir unsere Rückfahrkarten von einem jungen Mann geschenkt. Die Bahn ist zwar nicht mehr so voll wie vorhin, aber noch immer gut besucht. Im Hotel angekommen haben Marlene und Horst ein paar Probleme mit ihrem Zimmerschlüssel. Aber Kuddel regelt das. Und dann endlich schlafen. War ein langer Tag heute. 09:00 Uhr ist Frühstück angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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15.09.2007

 

Calgary - Airport - Frankfurt

  28. Tag

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie verabredet, treffen wir uns alle um 9.00 Uhr im Foyer. Ein letztes Mal gehen wir kanadisch frühstücken. Pancake, Rührei, French Toast und Steak. Aber die Sonne scheint und darum wollen wir anschließend noch einmal shoppen gehen. Vielleicht noch ein paar T-Shirts und außerdem brauchen wir noch eine Tasche für unser Übergepäck.

Es ist Samstagvormittag 10.30 Uhr und die City von Calgary ist leer. Kaum jemand unterwegs. Auch die Kaufhäuser sind so gut wie leer. Wahrscheinlich sind alle Kanadier im Weekend. Das Kuddelkind hat dies auch gerade bemerkt und deutet auf die leere Einkaufspassage gegenüber, als er völlig unerwartet, das auf ihn zukommende Parkschild Nr. 2190 gar nicht sieht. Bevor auch noch einer von uns ihn warnen kann, ist er auch schon davor gelaufen. Boing,  Auweia! Wie in Zeitlupe lässt er sich auf den Bordstein sinken und muss erst einmal Luft holen. Er sieht Sterne und ich sehe uns schon in der Notaufnahme des Calgarier Krankenhauses. Aber Gott sei Dank ist ihm nichts passiert. Nur ein kleines Horn an der Stirn. Unseren Bummel können wir  fortsetzen. Alles was wir noch so brauchen, bekommen wir auch.

Gegen Mittag geht jeder noch einmal seiner Wege und wir halten ein kleines Mittagsschläfchen. Unser Flieger geht ja erst um 23.55 Uhr und daher wird es eine lange Nacht. Also schon einmal etwas vorschlafen.

Um 17.00 Uhr gibts noch einmal einen Abschiedstrunk bei Eddy und Sylvi. Dann verstauen wir  alles und checken um 19.30 Uhr aus. An der Rezeption erzählt man uns, dass um 20.17 Uhr der Shuttlebus da wäre und uns zum Airport bringt. Kostet 40 CAD. Aber was dann nicht kommt, ist der Shuttlebus. Na toll. Also brauchen wir ein Großraumtaxi oder drei Taxen. Der Nachtmanager ist uns dann behilflich. Doch alles was er auftreiben kann, ist ein etwas kleinerer Van. Passen wir da alle rein??? Der Taxifahrer bejaht diese Frage und fängt dann an uns in das Auto zu stapeln. Erst drei Leute auf die Rückbank. Dann bekommt jeder ein Gepäckstück zwischen die Beine und eine Tasche auf den Schoß. Geht. Dann zwei Leute auf die mittleren Sitze. Gleicher Akt. Zwei große Koffer in den Kofferraum und zum Schluß Marlene nach vorne mit dem Rest. Alle drin und das Gepäck ist auch verstaut. Wir fahren los mit etwas gemischten Gefühlen im Bauch. Aber wir kommen wohlbehalten am Airport an und der Taxifahrer hat sich ein Supertrinkgeld verdient.

Dann wiegen wir erst einmal unsere Koffer und siehe da: Diesmal haben wir Übergepäck. Wir verteilen noch ein paar Sweatshirts an die anderen und gehen dann guter Hoffnung zum Einchecken. Dort müssen wir dann erfahren, dass unser Handgepäck nicht die vorgeschriebenen Maße hat. Komisch, auf dem Hinflug hat dies keinen interessiert. Aber jetzt muss unser Handgepäck mit aufgegeben werden. Kostenpunkt: 105,00 CAD. Toll! Aber man legt sich besser nicht mit dem Personal an. Man möchte ja doch mitfliegen.

Von jetzt an läuft alles ganz normal ab. Alle sind etwas abgespannt und müde und gedanklich ist man schon zu Hause. Der Flieger ist genauso eng wie auf dem Hinflug und schlafen ist echt schwierig. Aber der Flug verläuft sehr ruhig und mit einer guten Portion Rückenwind, kommen wir bei gutem Wetter eine ganze Stunde früher in Frankfurt an. Ein wirklich traumhafter Urlaub ist leider zu Ende. Kanada ist ein Land, das kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.

 

 

Und ich glaube, wir waren nicht das letzte Mal dort!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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