Sixth Lake - Sherbrooke - Liscomb - Liscomb Mills -
26. Tag 09.06.12 122 km Smith Comb - Port Dufferin - Sheet Harbour -
      Tangier - James Settlement - Murphy Cove
      Karte 1 Karte 2            
                     
   

Der Morgen empfängt uns mit Wolken, aber trocken und nicht kalt. Wir haben beschlossen, heute bis Murphys Cove zu fahren. Ein Campground auf einer Landzunge mitten im Atlantik. Also los.

Doch vorher machen wir noch Stop in Liscomb Mills. Wir haben einen Trail entdeckt und beschließen den noch mitzunehmen. Bewegung tut gut. Der Weg ist mit roten Bändchen markiert und führt bergauf und bergab durch dichtes Gebüsch hinunter zum Liscomb River. An manchen Stellen ist der Untergrund so weich, dass der Weg mit losen, dünnen Baumstämmen begehbar gemacht wurde. Der Weg ist genial, aber nichts für Kinderkarre oder Highheels. Man muss schon trittsicher sein und am besten Wanderschuhe an den Füßen tragen.

Auf einmal fängt Kuddel an zu schimpfen. Er hat einen großen Joghurtbecher mit Deckel gefunden und regt sich fürchterlich darüber auf, dass jemand den hier einfach in der Natur entsorgt hat. Er hebt ihn auf, um ihn mitzunehmen. Da merkt er, dass der Becher nicht leer ist. Er öffnet den Deckel und schaut hinein.

Wow! Wir haben einen Geocash gefunden. Der Inhalt besteht aus sein paar Bonbons, einer Trillerpfeife und einer Magnettafel von Cape Breton. Wir legen noch einen Flyer der Black-Flying-Eagles dazu und stellen den Becher wieder an Ort und Stelle. Der Becher darf in der Natur bleiben. Ausnahmsweise!

Nach 1 Stunde und 40 Minuten sind wir wieder am Camper. Geschätzte Länge des Trails, ca. 4,5 km. Auf jeden Fall sind wir alle ordentlich durchgeschwitzt und um ein paar Mückenstiche reicher. Macht aber nichts, hat sich trotzdem gelohnt.

Weiter geht die Fahrt entlang der Küste und es fängt wieder mal an zu regnen. Aber nur etwas. Die Landschaft wechselt zwischen Meeresbuchten, Wald und leeren Straßen. Den Abstecher nach Trafalgar sparen wir uns. Als wir auf der Landzunge in Murphy’s Cove ankommen, regnet es schon ganz ordentlich. Der Platz ist prima, aber fast ausschließlich mit Dauercampern belegt. Wir beziehen unsere Plätze und „hauen uns erst einmal auf’s Ohr“.

Ich schrecke auf einmal hoch vor lauter Krach. Es schüttet wie aus Fässern. So ein Regenschauer haben wir noch nicht erlebt. Wenn es noch schlimmer wird, müssen wir die Schwimmwesten rausholen. Nach einer halben Stunde ist das Unwetter vorbei und man kann wieder die Nase vor die Tür strecken. Also ist erst einmal duschen angesagt. Schönes heißes Wasser. Ist ok.

Kuddel hatte an der Rezeption natürlich wieder für uns Reklame gemacht und Mr. Murphy jun. hat uns gleich engagiert abends eine Kostprobe unseres Könnens zu zeigen. Bei unserem Rundgang nach dem Abendessen lernen wir auch Mr. Murphy sen. kennen und der  erzählt uns gleich, dass er schon von uns gehört hat. Er zeigt uns den Tanzboden. Er öffnet eine Doppeltür zu einem Bootshaus mit Leuchtturm und Ruderboot. Aber Holzfußboden und groß genug. Auftritt und Workshop um 21.00 Uhr. Also umziehen.

Marlene stellt Musik zusammen und dann ab zum Bootshaus. Mit dem CD-Player haben wir noch so unsere Probleme und Mr. Murphy sen. schmeißt seine Musikanlage im Büro an, verlegt noch Lautsprecher nach draußen und dann können wir Soundcheck machen. Die Musikanlage treibt Horst echte Schweißperlen auf die Stirn. Doch auch dies bekommen wir in den Griff. Inzwischen trudeln schon die ersten Zuschauer ein, denn Mr.Murphy hart ordentlich Reklame für uns gemacht. Wir legen einen Fais do do hin und Rock around the clock etc. und dann gibt’s Workshop. Ein voller Erfolg und wir haben riesig Spaß dabei.

Anschließend werden uns unsere Flyer fast aus den Händen gerissen. Wir machen noch einwenig Smalltalk und werden gefragt, wo wir in Europa denn überall auftreten. Kuddel erzählt dann, dass wir nur in Germany unterwegs sind und recht sozial engagiert sind. „for handicaped people and in the kitchen“!!!??? Wie kitchen? Ich glaube, er meint Jailhouse. Es merkt aber niemand etwas, ich vermute, sie haben alle Kitchen-Party gemeint. Aber wir platzen innerlich vor lachen. Ja, ja unsere Englischkenntnisse sollten wir doch noch etwas auffrischen.

Inzwischen brennt ein riesiges Lagerfeuer mit tollen Holzstühlen ringsherum und alle wärmen sich noch etwas auf. Wir verabschieden uns von allen und verziehen uns in unsere Betten. Ein toller Abend. Danke Mr.Murphy!