Cape Breton Highlands National Park - Sky Walk -
19. Tag 02.06.12 110 km Pleasant Bay - Neils Harbour - Ingonish
       
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      Sky Walk            
                     
                     
   

Wir werden durch die aufgehende Sonne, die durch die Baumwipfel des gestern bestiegenen Berges strahlt, geweckt. Der ganze Dunst ist verschwunden. Gott sei Dank! Wärmer geworden ist es auch. Also Yoga um 7.30 Uhr.

Nach dem Frühstück machen wir die Camper wieder reisefertig und Kuddel rettet einer dicken Kröte das Leben. Sie war in den Schmutzwasserschacht gefallen und wäre ohne fremde Hilfe dort nicht wieder raus gekommen. Die erste gute Tat für heute. Doch bevor wir uns auf den Cabot Trail begeben, fahren wir erst einmal noch zurück bis Cheticamp und tanken. Eine nette Frau betankt unseren Camper und putzt uns die Scheiben, während Horst noch unverrichteter Dinge auf den Service wartet. Den Service übernimmt dann Kuddel. Seine Zapfsäule ist Self-Service. Die Scheiben putzt sie aber trotzdem. Dann geht es los auf eine abenteuerliche Strecke ins nördliche Cape Breton.

Die Straße schlängelt sich entlang der Küste in die Berge. Hinter jeder Kurve erwartet uns ein neues Wow! Jeder Sightseeing Point ist unser. Atemberaubende Ausblicke und jeder schöner als der Letzte. Am Skywalk machen wir Halt. Ein Wanderweg führt direkt zur Steilküste. Er hat eine Länge von 7,5 km und ist erweiterbar auf 9,2 km. Doch bis zur Küste ist der Weg egal, wir entscheiden dann was wir machen. Unterwegs sehen wir einen Adler und er wird sofort im Bild festgehalten. Und Marlene hat ihre Brückenphobie endgültig überwunden. Sie bleibt auf einer Ein-Mann-Brücke tatsächlich in der Mitte stehen (siehe Bild). Überall sehen wir Elchspuren und Köttel, aber keinen Lebendigen. Die letzten Meter geht es über einen befestigten Bretterpfad etwas die Steilküste hinunter. Der glatte Wahnsinn! Das hat sich wirklich gelohnt. Wir setzen uns auf eine Bank und genießen die Aussicht. Kreischende Möwen, dunkelblaues Meer, spiegelglatt und dann………….?

Ein Buckelwal taucht aus dem Wasser auf und holt Luft. Klasse! Whale Watching völlig kostenlos und ohne schaukelndes Boot. Ab und zu sieht man noch mal seine Schwanzflosse. Aber auf’s Bild bekommen wir ihn leider nicht. Ein Boot nähert sich ihm und er taucht weg. Schade, aber riesig. Marlene (wirklich Marlene – kein Scherz) fragt, ob wir nicht den längeren Weg wieder zurück nehmen können. Aber klar doch, den Schlenker entlang der Küste nehmen wir noch mit. Viel Krüppelholz und Büsche entlang des Trampelpfades und es riecht überall nach Erdbeeren, obwohl hier gar keine stehen. Nach ca. 2 Stunden sind wir wieder zurück am Camper. Inzwischen ist der Parkplatz recht voll geworden und überall lauter Touris (wie wir). Wir fahren ein Stück weiter und machen dann erst einmal Kaffeepause an einem See. Frisch gestärkt geht es weiter über den höchsten Punkt wieder hinab nach Pleasant Bay. Hier oben hängen die Wolken so tief und von der Sonne ist auch nichts mehr zu sehen. Von nun an geht’s bergab, den ganzen Weg wieder runter bis auf Meereshöhe. Grüne Schluchten und dicht bewaldete Hänge begleiten uns. Ab Pleasant Bay geht es auf die andere Seite von Cape Breton über Dingwall und Neils Harbour. Hier entdecken wir eine tolle Bucht mit Sandstrand und hohen Wellen. Und einen Weißkopfseeadler. Wir können ihn beobachten und ein paar Fotos schießen. Ein beachtliches Tier. Dann geht es nach Ingonish. Unseren Campground finden wir auch, aber registrieren lassen soll man sich im ca. 10km entfernten Visitor-Center. Noch keine Hauptsaison. Na dann nichts wie hin. Die nette Dame erzählt uns, dass es auch einen Platz gibt am Strand der geöffnet ist. Wir berichten ihr noch, dass am Straßenrand ein Schild steht, auf dem ausdrücklich „Closed“ steht. Sie telefoniert daraufhin mal kurz und sagt: „ Der Platz ist offen.“ Na prima, dann nichts wie hin. Wir fahren dorthin, alles kein Problem. Doch der Platz ist geschlossen. Wieder zurück. Dann merken wir, dass wir aneinander vorbei geredet haben. Sie meinte den Strand, wir den Campground. Na ja, das lassen wir mal so stehen. Also so schlecht ist unser Englisch ja dann doch nicht! Nun doch Broad Cove Campground. Wir bezahlen die Plätze und fahren zurück. Es ist ein toller Platz, Full-Service mit direktem Zugang zum Meer. Der Platz ist fast leer. Die paar Camper die hier stehen, merkt man gar nicht. Wir richten uns ein und machen dann noch einen Rundgang zum Strand und zurück. Für heute haben wir unser Soll mit laufen aber erfüllt. Wir grillen unsere Steaks und machen noch Lagerfeuer. Aber alt werden wir heute nicht am Feuer, denn es ist ganz schön frisch geworden.