St. Martin - Saint John - Grand Bay Westfield -
11. Tag 25.05.12 176 km Upper Greenwich - Hampstead - Queenstown -
      Coytown - Casey's Campground
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Die Luft ist sehr feucht und beim Yoga holen wir uns nasse Füße. Aber egal. Heute geht es zuerst nach St. John.

Für das nur mäßig besiedelte Gebiet ringsherum, ist dies eine Großstadt. Wir fahren die letzten Kilometer über den Highway in die Stadt. Dann halten wir am St- Joseph’s Hospital und studieren den Stadtplan. Irgendwo muss es doch sein.... Plötzlich hält ein Auto neben uns und ein netter Mann fragt, ob er uns helfen kann. Ich erkläre ihm, dass wir aus Deutschland sind und die Old Market Hall suchen. Kein Problem! Fahrt einfach hinter mir her. Ich bringe euch hin.  Immer wieder toll wie hilfsbereit die Kanadier sind! Er findet auch noch zwei Parkplätze direkt vor dem Eingang. Wir verabschieden und bedanken uns bei unserem Helfer und machen uns auf den Weg.

Eine große Markthalle mit frischem Obst und Gemüse, Süßigkeiten und Weihnachtsschmuck. Marlene ersteht zwei „Kugeln“ in Form der kanadischen Flagge.

Wir nehmen den Skywalk zur Einkaufs Mall. Wie ich mir Wanderstöcke mit geschnitztem Griff anschaue, werde ich von einem älteren Herrn mit weißem Vollbart angesprochen. Er nuschelt etwas und ich verstehe ihn nicht. Also sage ich wieder einmal unseren Spruch vom deutsch und langsam sprechen auf. Die nächste Frage verstehen wir dann auch: Ob wir Mr. Kringel kennen würden? Kuddel und ich wie aus einem Mund: Yes, Chris Kringel! Der Mann lacht und sagt, er wäre Chris Kringel – der Weihnachtsmann – und geht. Wir sehn’ uns an und sind uns einig, so wie der aussah, das war der Weihnachtsmann.

Dann entdecken wir „Eagles Nest“. Ein Gift-Shop der besonderen Art. Der Bedienung geben wir erst einmal einige Flyer und sie ist ganz begeistert. Hier gibt es nur Andenken in Form von Adlern, Elchen oder Bären. Und jede Menge Kunsthandwerk der Indianer. Wir hätten hier Stunden verbringen können. Aber dafür reicht unser Geld nicht. Wir schlendern noch durch die Stadt und stellen fest, dass der Rest nicht so toll ist. Also zurück zum Camper und weiter geht es. Entlang des „ Long Reach“, einem See so blau wie das Meer, fahren wir Richtung Fredericton. Unser Campground, „Bei Casey’s“, liegt direkt an einem Fluss und wir sind die ersten Gäste.

Die Anmeldung ist ein einziger Trödelladen. Der Tresen ist mit einem riesigen Haufen Papierkram beladen. Ich frage mich, wie man da wohl etwas finden kann und der Rest .... gehäkelte Deckchen, Holzbilder, Quilts, eine Ecke nur mit Micky Mouse Sachen, selbst gebackenen Kuchen  und dann die Krönung: Im hinteren Teil ein echter alter Chevrolet! Sieht aus, als ob er gerade aus der Fabrik kommt. Er könnte aus den 60er stammen. Aber das ist noch nicht alles, wir finden altes Blechspielzeug, 2 richtige alte Traktoren, ein Feuerwehrtretauto und sogar eine alte Zapfsäule der Petrox Gasoline. Kuddel ist in seinem Element. Alles aufzuzählen sprengt hier den Rahmen. Aber eins noch.... in der Damentoilette schaut euch bei eurem Geschäft Elvis zu!

Wir bekommen hier zwei Plätze und erfahren, dass wir hier auch zu Abend essen und auch frühstücken können! Das nehmen wir auch gerne in Anspruch. Das Wetter ist prima und so nehmen wir zunächst ein Sonnenbad. Um 18.30 Uhr gehen wir dann essen. Kuddel isst ein Lobster-Sandwich und wir anderen ein Pfeffersteakbrötchen mit Salat. Schmeckt alles prima und ist auch reichlich. Im Hintergrund läuft Countrymusik. Kuddel erzählt der Bedienung, dass sie jetzt ein Problem hätte. Wir würden kein Geld haben und möchten jetzt unsere Zeche abtanzen. Dem jungen Mädel entgleisen alle Gesichtszüge. Sie hat es tatsächlich geglaubt! Als wir ihr dann die Karten von den Black-Flying-Eagles zeigen und auch noch bar mit einem guten Tip bezahlen, ist für sie die Welt wieder in Ordnung.

Wir machen noch Lagerfeuer, aber es ist heute sehr windig und wir verschwinden bald in unseren Campern, nehmen noch gemeinsam einen Schlummertrunk und fallen dann in unsere Betten.